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Fachvortrag Nachfolge im Unternehmen

 Am 30.11.2011 fanden sich um 19.00 Uhr ca. 30 Mitglieder und Gäste der Wirtschaftsjunioren Freyung-Grafenau im Veranstaltungsraum der Sparkasse Freyung-Grafenau ein, um sich nähere Informationen rund um das Thema der Nachfolge im Unternehmen einzuholen.

 Wird die Nachfolgethematik im Unternehmen diskutiert, stellt sich meist sehr schnell heraus, dass, je nach Unternehmensstruktur, Rechtsform, Besitzverhältnisse etc. sehr viele und komplexe Zusammenhänge betroffen sind.

 Aus diesem Grund haben die Wirtschaftsjunioren Freyung-Grafenau hier 3 Referenten aus den Bereichen Recht“, vertreten durch unser Mitglied Notar Jörg Saumweber aus Grafenau,  Steuern“ vertreten von Herrn Gero Spinka, Steuerberater aus Ruderting sowie Finanzen“ vertreten durch Herrn Günter Hofmann von der Bayerischen Landesbank München eingeladen.

 Nach der Begrüßung durch den Schatzmeister Roland Müller machte Herr Saumweber den Anfang.

Herr Saumweber referierte zunächst über den Fall der „nicht geplanten“ Unternehmensnachfolge, also bei einem Betriebsübergang durch Erbschaft. Hier zeigte sich sehr deutlich, dass die Handlungsfähigkeit des Unternehmens in diesem Fall oft nicht oder nur sehr eingeschränkt gegeben ist. Auch im Hinblick auf die späteren Besitzverhältnisse sollte deshalb eine frühezeitige und klare Regelung getroffen werden. Einen weiteren wichtigen rechtlichen Aspekt stellt die Regelung der Pflichtteilsansprüche von gesetzlichen Erben bei Betriebsübergang dar. Herrn Saumweber gelang es sehr anschaulich darzustellen, welche Konstellationen denkbar sind und wie man hier Problemen von vornherein aus dem Weg zu gehen versucht.

 Den zweiten Teil des Fachvortrages trug den Namen „steuerliche Aspekte“ und wurde von unserem Neumitglied, Steuerberater Gero Spinka mit der der Frage eröffnet, ob die Nachfolge unentgeltlich (Erbfall/Übergabe) oder entgeltlich (Verkauf des Unternehmens) erfolgt. Auch der Zeitpunkt der Zahlung im Falle des Verkaufes ist zentrales Thema im Hinblick auf die Liquidität und die steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten. Herr Spinka erörterte ausführlich die einzelnen Vor- und Nachteile dieser Übernahmevereinbarungen. Auch die Betriebsverpachtung sowie die Übergabe gegen Versorgungsleistungen (z.B. Leibrente) waren Gegenstand des Vortrages, dem die Zuhörer sehr aufmerksam folgten.

Den dritten Teil „finanzielle Aspekte“ übernahm Herr Günter Hofmann von der Bayerischen Landesbank. Er zeigte auf, wie die entgeltlichen Nachfolgen in der Regel finanziert werden und welche Möglichkeiten es gibt, sich finanzielle Unterstützung von außen zu beschaffen. Außerdem ging Herr Hofmann auf die Unterschiede ein, ob der Nachfolger z.B. ein ehemaliger Mitarbeiter oder eine von außen neu hinzukommende Person ist.

 Nachdem die Vorträge gegen 21.00 Uhr endeten, gab es bei einem kalten Buffet die Möglichkeit, sich untereinander oder im Zwiegespräch mit den Referenten weitere Ideen und Informationen einzuholen oder aber Erfahrungen auszutauschen. Der informationsreiche Abend ging gegen 23.00 Uhr zu Ende.