Unternehmen des Jahres 2012/2013 am 30.11.2012

So wird man Unternehmer des Jahres

 

Freyung/Perlesreut. Sie kennen sich seit Jugendtagen, Ferdinand Wagner, der von den Wirtschaftsjunioren zum Unternehmer 2012 gekürt wurde, und der Laudator Erwin Scheibenzuber. Jeder der beiden war damals Lehrbub. "Heute sind wir im Kurhaus beinand, aber mit dem großen Unterschied, dass aus dem Lehrbuben Ferdinand der Unternehmer des Jahres 2012 geworden ist", betonte Scheibenzuber. "Mit großer Freude stehe ich nun hier und darf über einen Freund reden, der gebürtiger Freyunger ist, der sehr erfolgreich ist, Kontakte in die ganze Welt hat und fest mit seiner Heimat verwurzelt ist".

Zur Verleihung des WJ-Unternehmerpreises an Ferdinand Wagner mit Gattin Irmgard und den Töchtern Sophie und Lena gratulierten der Perlesreuter Bürgermeister Manfred Eibl (von rechts), die WJ-Kreissprecherin Ronja Wenzel und stellvertretender Landrat Helmut Behringer.  − Fotos: Peter

Erwin Scheibenzuber konnte sich noch sehr gut erinnern, als ihm der gelernte Industriemechankier Ferdinand Wagner erzählte, "ich hab mich selbstständig gemacht". Also nichts wie hin. Ferdinand Wagner hatte einen Blaumann an, war am Arbeiten an einer Werkbank, im Raum standen gebrauchte, schwere Maschinen umeinander. In Marchetsreut, im landwirtschaftlichen Gebäude seiner Schwiegereltern, eigentlich in einer Garage, hat Ferdinand Wagner 1992 im Alter von 26 Jahren seine Firma gegründet.

Garage wurde für die Produktion zu klein

Er fertigte hauptsächlich Maschinenbauteile in kleinen Stückzahlen. Drei Jahre nach Firmengründung war bereits Arbeit für drei Mitarbeiter vorhanden und in der für die Gründerzeit optimalen Garage wurde es immer enger. Größere Aufträge lockten, und Ferdinand Wagner stellte fest: "Die Garage ist zu klein, wir brauchen eine Halle". Jetzt wurde aus der kleinen Sache endlich eine richtige Firma mit allem Drum und Dran, der Traum wurde Wirklichkeit.

Die Familie Wagner nahmen die Wirtschaftsjunioren Armin Müller (von rechts), Johannes Ranzinger, Ronja Wenzel, Alexander Schreiner, Markus Degenhart und der Laudator Erwin Scheibenzuber in ihre Mitte.

Voller Stolz und Tatendrang entschloss er sich 1995, seine erste Fertigungshalle zu bauen. Selbst geplant, gebaut und aufgestellt, entstand in Marchetsreut, unweit seiner Gründungsgarage, eine Metallhalle mit 450 Quadratmeter, in der nun die Bereiche Sondermaschinenbau und Metallbau ausgeweitet werden konnten. In diesem Jahr wurden auch die Wirtschaftsjunioren Freyung-Grafenau gegründet, bei denen Ferdinand Wagner und Erwin Scheibenzuber Gründungsmitglieder sind.

Ein großer Meilenstein in der technischen Geschichte der Firma Metalltechnik Wagner war 2001, als die Aufträge so groß wurden, dass eine Laserschneidmaschine sich rentieren könnte. Ein riesen Ding, aber wo stellen wir es hin? Ferdinand Wagner stellte sehr schnell fest, "die Halle ist zu klein". Der erste Anbau an die Halle war somit notwendig und die Kapazität wurde von 450 auf 900 Quadratmeter vergrößert. Im Umkreis von 100 Kilometer war keine derartige Maschine im Einsatz.

 

Die Zuverlässigkeit und gute Arbeit von Ferdinand Wagner und seinen Mitarbeitern in den folgenden Jahren brachten immer größere Aufträge und die Zahl der Mitarbeiter wurde immer mehr. Nur zwei Jahre nach dem ersten Anbau wurde die Produktionshalle nun von 900 auf 1600 Quadratmeter erweitert, um für die 25 Mitarbeiter und das Materiallager genügend Platz zu haben.

2006 wurde die Firma Lutz Germany aus Neuhaus am Inn übernommen. Die Aufträge wurden immer größer, die Mitarbeiter immer mehr. Ferdinand Wagner stellte wiederum fest, "die Halle ist zu klein". "Und genau jetzt kommt wieder der wirkliche Ferdinand Wagner ins Spiel: Sein Talent, Chancen und Möglichkeiten zu erkennen, seine extreme Ausdauer und Durchhaltevermögen, sein absoluter Blick aufs Ziel, immer perfekt organisiert, seine Bodenständigkeit, Angst kennt er sowieso nicht und das kalkulierte Risiko liebt er, brachten ihn zu der Entscheidung, ein neues Firmengebäude in Prombach zu bauen mit 10 000 Quadratmeter Grundfläche", betonte Erwin Scheibenzuber.

Geboren 1966 als einfacher Bub in Grillaberg, geboren aber wohl mit einem Talent für Technik und Handwerk, das zeichnet Wagner aus. Mit vier Jahren zerlegte er die Zündung des Motorrades seines Vaters und baute sie wieder funktionsfähig zusammen. Sein Vater konnte es nicht glauben. Sein erstes Mofa kaufte er sich mit seinem gesparten Taschengeld mit zwölf Jahren. Es kostete 20 Mark, war überall verrostet und ging nicht. Er schob es heim, reparierte den Motor, schweißte dran rum und lackierte es.

Mit 14 Jahren hatte Ferdinand klare Vorstellungen von seinem Leben. Sein fester Wunsch war, dass er irgendwann mal finanziell unabhängig sein möchte, dass er es anders machen wolle, als all die anderen und dass er mit Metall arbeiten möchte. Seine Leidenschaft ist alles, wo man einen Zündschlüssel rein stecken kann. Er sitzt gerne auf seiner Motocross, seiner Straßenmaschine und seinem Mountainbike, fährt gerne schnelle Autos und taucht im Urlaub gerne.

Der Zukunftswunsch von Ferdinand Wagner: "Ich möchte weiterhin Erfolg haben, dass es meiner Familie gut geht, ebenso meinen Mitarbeitern und Freunden und all denjenigen, die um mich herum sind. Das Allerwichtigste in meinem Leben sind meine Frau Irmgard und die Töchter Sophie und Lena."

"Kein Erfolg ohne Leistung"

Bürgermeister Manferd Eibl aus Perlesreut gratulierte seinem Vorzeigeunternehmer. "Es gibt Leistungen ohne Erfolg, aber keinen Erfolg ohne Leistung." Persönlich freute sich Eibl, einem Unternehmer, beheimatet in der Marktgemeinde Perlesreut, beheimatet mit seiner Firma im ersten Interkommunalen Gewerbegebiet Prombach des ländlichen Raums in Niederbayern, zur Auszeichnung gratulieren zu können.

Den Preis übergab die Vorstandschaft der FRG-Wirtschaftsjunioren mit der Sprecherin Ronja Wenzel, die Ferdinand Wagner als unternehmerischen Motor in der Region bezeichnete. Stellvertretender Landrat Helmut Behringer würdigte die Leistung von Ferdinand Wagner mit dem Wunsch, "Wagner soll seinen Schwung beibehalten".

Zur Verleihung gratulierten weiter Bundestagsabgeordneter Barthl Kalb, Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich mit Kollegen aus dem Landkreis, IHK-Gremiumsvorsitzender Alois Atzinger, Wirtschaftsförderer Ralph Heinrich, Vertreter der Handwerkskammer, WJ-Regionalsprecher Armin Müller, Regionalmanager Sebastian Gruber, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Dank galt Johannes Ranzinger als Cheforganisator der festlichen Abends und Christian Hynar, der durch das Programm führte.

Und das hörte man aus dem Mund von Ferdinand Wagner natürlich gerne: "Es gibt viele Gründe, in der Region zu bleiben und hier zu investieren."




Bilder von Ranzinger, Johannes (Zambelli Fertigungs GmbH & Co.KG):